Ramschpreise dank Lebensmitteleinzelhandel · Nachrichten · Klim

Cem Özdemir ist noch nicht lange Agrarminister. Dennoch möchte er möglichst schnell handeln und den Riesen des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) aufzeigen, dass es mit den derzeitigen niedrig Preisen so nicht weitergehen kann. Aktuell herrscht besonders dicke Luft zwischen dem LEH und der Ernährungsindustrie. Täglich stehen Verhandlungen an und doch sind die Ergebnisse eher schlecht als recht. 

Nach Verhandlungen ließ sich so Aldi auf eine Preisanhebung um ganze 3,8 bis 4,2 Prozent auf Trinkmilch seiner Eigenmarke ein. Dies entspricht jedoch gerade einmal 3 Cent. Daraufhin sind die anderen Riesen des LEH wie zum Beispiel Edeka, Lidl und REWE nachgerückt und erhöhten auch ihre Milchpreise um 3 Cent. 

Der Ernährungsindustrie reichen diese Preisanhebungen jedoch nicht, da die Kosten, welche für sie in der Energie, Logistik, Verpackung etc. anfallen, wesentlich höher sind. Auch sind die Rohstoffpreise in die Höhe geschnellt, was das derzeitige Ungleichgewicht der Kostenverteilung nur weiter verschlimmert. 

Neben der Industrie sind am Ende besonders die Landwirte von der knauserigen Preisanhebung betroffen. Gerade Milchbauern und Schweinebauern haben es derzeit schwerer wie nie. Viele können die Vollkosten schon seit Langem nicht mehr decken und sollen dann noch zusätzlich die Forderungen nach höherem Tierwohl erfüllen. Allein im letzten Jahr sind ganze 8 Prozent der deutschen Schweinebauern ausgestiegen und haben ihren Betrieb geschlossen. Bei den Milchbauern sieht die Lage zwar etwas besser aus, jedoch nur, wenn bald eine existenziell notwendige Preiserhöhung stattfindet.

Zusammengefasst werden wir früher oder später um eine stärkere Preisanhebung nicht herumkommen. Der LEH muss die höheren Preise an die Konsumenten weitergeben, da nur so die Ernährungsindustrie und besonders die deutschen Landwirte weiter wirtschaften können.

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