Sterbender Sanddorn lässt Landwirte und Forscher rätseln · Artikel · Klim

Als „Zitrone des Ostens“ bekannt, wird Sanddorn vor allem in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt angebaut. Durch seinen hohen Anteil an Vitaminen und bioaktiven Stoffen ist der Strauch im Alltag und in der Medizin gern gesehen. Nun scheint der Anbau des Sanddorns jedoch in Gefahr zu sein. Durch unbekannte Ursachen verdorren nämlich zunehmend Bestände, was viele Betriebe zur Aufgabe zwingt.

Das Phänomen tritt seit etwa zehn Jahren auf und lässt Landwirte und Forscher rätseln. Besonders Bestände in Mecklenburg-Vorpommern sind betroffen. Die Sanddorn Storchennest GmbH in Ludwigslust baute zwischenzeitlich Sanddorn auf 120 Hektar an. Jetzt ist die Anbaufläche auf zehn Hektar geschrumpft. Die Erwartungen an die diesjährige Ernte sind daher erneut gering. Bestände in Brandenburg und Sachsen-Anhalt sind jedoch weitgehend intakt.

Nach den Ursachen forschen mittlerweile Wissenschaftler vom Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei MV und dem Julius-Kühn-Institut für Pflanzenschutz im Obst- und Weinbau. Verdächtigt wird unter anderem ein Pilz, welcher die Leitungsbahnen der Pflanze verstopft und somit das Wachstum behindert. Auch die zunehmende Trockenheit wird als möglicher Grund erforscht. Jedoch konnten einige Plantagen trotz Bewässerung nicht gerettet werden, was die Trockenheit als Einzeltäter ausschließt. Es könnte auch möglich sein, dass die hohe Konzentration des Sanddorn-Anbaus auf wenige Standorte das Sterben gefördert hat. Das Forscherteam infiziert nun gesunde Pflanzen in Gewächshäusern mit Pilzen, um der Lösung des Rätsels näher zu kommen. Für viele Sanddorn-Anbauer wird eine mögliche Antwort auf das mysteriöse Pflanzensterben jedoch zu spät kommen.

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