Düngerpreise weiterhin im Höhenflug- keine Hilfen aus...

Die Düngemittelpreise haben die bisherigen Rekordmarken schon weit überboten und auf dem Markt ist nichts mehr zu kaufen. Grund dafür sind die europäischen Düngerfabriken, die wegen explodierender Gaspreise die Produktion massiv gedrosselt haben. Die hohen Energiepreise lassen die Erzeugung von Dünger derart verteuern, dass sich die Produktion für die Großerzeuger kaum noch lohnt.

Preise weiterhin steigend

In der letzten Oktoberwoche lagen die nominellen Preise für Kalkammonsalpeter (KAS) bei knapp 565 Euro pro Tonne. Das macht einen Anstieg um weitere 15 Euro zur Vorwoche, 165 Euro zum Monatsbeginn und eine Verdreifachung zum letzten Jahr. Der Preis für den Flüssigdünger Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) stieg ebenfalls um 15 Euro an und liegt momentan bei 565 Euro- das sind 250 Euro mehr als zum Monatsbeginn und ist 3,5 mal Höher als vor einem Jahr. 

Die Harnstoffpreise liegen unverändert zur Vorwoche bei 810 Euro pro Tonne, die Preise für Diammoniumphosphat (DAP) bei 685 Euro je Tonne (+15 Euro zur Vorwoche) und Kornkali kostet unverändert zur Vorwoche 360 Euro die Tonne. Vor einem Jahr konnte man Kali noch für 60 Prozent weniger erwerben. 

EU-Kommission will nicht eingreifen

Hilfe aus Brüssel scheint noch nicht in Sicht. Laut Agra-Europe hieß es von Seiten der Kommission am Freitag lediglich, dass die Marktsituation in den einzelnen Sektoren von der Behörde genau verfolgt werde. 

Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki kündigte bereits an, bei weiter steigenden Betriebsmittelpreisen den Landwirt*innen in Polen Beihilfen zahlen zu wollen. Dazu erklärte eine Kommissionssprecherin lediglich, dass jeder EU-Mitgliedstaat das Recht besitze, nach Genehmigung der Kommission, Sonderhilfen zu leisten.

Dass die EU sich bisher aus dem Markt raushält, kann allerdings Folgen mit sich bringen, wenn sich die Situation weiterhin verschärft. Die Landwirt*innen sind extremen Kosten ausgeliefert und die Getreideproduktion im nächsten Jahr könnte unter den Auswirkungen leiden. Auch bei Pflanzenschutzmittel kommt es immer mehr zu Versorgungsengpässen, Preisanstiegen und Lieferkettenproblemen.

Immer mehr Düngemittelhersteller in Europa haben ihre Produktion eingestellt. Die Versorgungsengpässe können sich negativ auf die Lebensmittelpreise auswirken und zu sozialen Unruhen führen, wenn von politischer Seite aus nicht in die Preisentwicklung von Erdgas eingegriffen wird. 

 

Die Produktion von Düngemitteln ist in Europa so unwirtschaftlich geworden, dass die derzeit eingeschränkte Produktion dauerhaft eingestellt werden könnte, wenn die EU nicht schnell Maßnahmen ergreift, um den Anstieg der Erdgaspreise zu stoppen“, so die Handelsgruppe Fertilizers Europe vergangene Woche.