40% weniger Treibhausgase auf dem Acker als gedacht · Artikel · Klim

Gute Statistiken für die Landwirtschaft: Die Lachgasemissionen auf den deutschen Feldern sind deutlich geringer als vermutet. 

Die bisherigen Berechnungen der Emissionen wurden auf Grundlage der Angaben des Weltklimarates IPCC berechnet. Dieser ging davon aus, dass im globalen Mittel 1% der Stickstoffeinträge durch synthetischen Dünger, Wirtschaftsdünger oder Ernterückstände in Lachgas umgewandelt wird. Auch in der deutschen Landwirtschaft kam dieser Emissionsfaktor bisher zum Einsatz. Allerdings kann dieser Wert regional sehr unterschiedlich sein, weshalb das Thünen-Institut nun die exakten Austragungswerte gemessen hat.

 

Neue Berechnungen zeigen positive Entwicklung

Die Emissionen wurden nun mit einer neuen Methode berechnet, indem die ausgebrachten Stickstoffmengen mit den regional geltenden Emissionsfaktoren multipliziert wurden. Dabei stellte sich heraus, dass die durch Düngung verursachten Lachgas-Emissionen durchschnittlich 38% geringer sind, als mit der bisherigen Methodik berechnet. Davon kommt ein großer Teil aus Gebieten mit viel landwirtschaftlicher Fläche, einem hohen Anteil an organischen Böden, viel Tierhaltung und/oder gutem Ertragspotenzial. Im Bundesklimaschutzgesetz des Jahres 2021 sowie im Bericht an das UN-Klimasekretariat werden die neuen Berechnungen erstmals in der Berichterstattung verwendet. Veröffentlicht werden die Dokumente im Frühjahr 2022. 

Es gibt eine gesetzliche Emissionsobergrenze für Landwirte, die schrittweise sinkt. 2020 waren es 70 Mio. t CO2-Äqu., 2030 sind es nur noch 56 Mio. t CO2-Äqu.. Wäre die neue Methodik schon für 2020 angewandt worden, wären die Emissionen um 4 Mio.. t Co2-Äqu. geringer gewesen.

 

Kein Grund sich auszuruhen

Die neuen Werte sind allerdings kein Grund für Landwirte, sich weniger auf Klimamaßnahmen zu bemühen. Es ist außerdem denkbar, dass der Gesetzgeber im Licht der neuen Berechnung den Zielwert für 2030 noch einmal anpasst. Daher ist es wichtig weiter Minderungspotenziale wie die Verbesserung der Stickstoffeffizienz oder Maßnahmen zur Minderung von Methan- und Ammoniakemissionen beim Wirtschaftsdüngermanagement umzusetzen.

 

Blühstreifen,Mehrjähriges Feldfutter